Wolfgang Schubert bei der Eröffnung Die 11. Deutschen Polizei-Schachmeisterschaften fanden vom 29.10.- 04.11.2007 im beschaulichen niedersächsischen Städtchen Bückeburg statt. Im Jahre 1 nach Manfred Herzog, der nicht nur Initiator des Turniers an sich, sondern auch Organisator der vergangenen 10 Meisterschaften war, hatte heuer Kollege Wolfgang Schubert die Ausrichtung übernommen. Aktueller Anlass war das 70. Vereinsjubiläum des SK Bückeburg, in dem er seit vielen Jahren Mitglied ist.

Die Schachwoche begann am Montagnachmittag mit der sieben Runden umfassenden Schnellschachmeisterschaft. Die Bedenkzeit betrug pro Kopf und Partie 30 Minuten. Als "schnellster Brüter" unter den Ordnungshütern der Republik erwies sich mit 6 Punkten FM Ralf Kotter vom Zweitligisten PSV Duisburg, der lediglich 2 Remispartien abgab. Ebenfalls ungeschlagen blieben FM Rupert Prediger (PSV Dorfen) und Chrstian Schatz (Schachzentrum Fürth), die beide fünf Punkte erzielten. Die Plätze vier bis sieben gingen an die punktgleichen Manfred Olbrisch, Michael Wegerich, Rudolf Eyer und Michael Tornow, die alle auf 4,5 Zähler kamen, so dass die Buchholzwertung über die Platzierungen entschied. Insgesamt hatten 22 Teilnehmer das Schnellturnier als letzte Trainingseinheit für die eigentliche Meisterschaft genutzt, die dann am Dienstagnachmittag begann.

38 Kombattanten, darunter eine Frau, hatten sich zur Begrüßung durch den Bückeburger Bürgermeister im altehrwürdigen Rathaussaal eingefunden. Damit wurde in etwa die Teilnehmerzahl früherer Turniere erreicht, obwohl die Organisatoren heuer eine aufwändige PR-Kampagne in den Polizeien des Bundes und der Länder durchgeführt Siegerehrung durch Bürgermeister von Bückeburg hatten. Zahlreiche Kollegen bekundeten immerhin Interesse an künftigen Veranstaltungen, da für sie die Informationen zu kurz kamen. So waren es - bis auf wenige Ausnahmen - die "üblichen Verdächtigen", die um den Titel kämpften. Um es vorweg zu sagen: Das Turnier war an Spannung kaum zu überbieten, denn erst in der Schlussrunde fiel die Entscheidung, wer neuer Deutscher Meister wird, und auch über die Vergabe der Plätze 2 bis 5 entschied letztlich der Rechenschieber. Nach seinem Erfolg im Schnellschach sicherte sich FM Ralf Kotter auch in dieser Disziplin den Titel. Er überstand das Turnier ohne Niederlage und erzielte 5,5 Punkte aus sieben Runden. Damit konnte er insgesamt vier der bisherigen elf Turniere für sich entscheiden. Der für Duisburg in der 2. Bundesliga spielende Dortmunder profitierte bei seinem Erfolg kräftig von einer überraschenden Niederlage seines schärfsten Rivalen und Titelverteidigers, FM Rupert Prediger, der in der Vorschlussrunde in einer sehenswerten Partie gegen Josef Tepe (BKA) verlor und mit einem halben Zähler weniger auf Rang 2 landete. Bronze holte sich punktgleich Christian Schatz (Schachzentrum Fürth), der wie Kotter ungeschlagen blieb. Auf Rang 4 lief Josef Tepe ein und der 5. Platz ging an Richard Zahn (Schachfreunde Moers), allesamt mit jeweils 5 Punkten. Den Ratingpreis für den besten Teilnehmer unter DWZ 2000 sicherte sich Helmut Brunner (SF Deisenhofen), der zum ersten Male das Turnier mitspielte und auf 4 Punkte kam.

Auch das Rahmenprogramm stimmte: Sehr interessant empfanden alle Teilnehmer bzw. Begleitpersonen die Besichtigung des Bückeburger Hubschraubermuseums sowie den Gang durch das Schloss der Herzöge von Schaumburg-Lippe. Ein vorgesehener Bergwerksbesuch musste aufgrund eines Wassereinbruchs leider entfallen. Wie in den vergangenen Jahren kam auch der Erfahrungsaustausch unter den Kollegen über Ländergrenzen hinweg nicht zu kurz, für viele Mitstreiter ein sehr wichtiger Faktor für ihre regelmäßige Teilnahme.

Natürlich wurde am Rande des Turniers auch die Frage erörtert, wo die Meisterschaften 2008 ausgetragen werden sollen. Die große Mehrheit der Teilnehmer sprach sich dabei für das sehr zentral gelegene hessische Städtchen Bad Sooden- Allendorf aus. Kollege Christian Bomert, der für den dortigen Schachklub an die Bretter geht und heuer zum ersten Male mitspielte, wird die Organisation vor Ort koordinieren. Wenn möglich sollte das Turnier wiederum Anfang November stattfinden. Der genaue Austragungszeitpunkt wird aber in naher Zukunft bekannt gegeben.

R. Eyer